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Chronik: 1900-1948

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Chronik: 1900-1948

Impressum/Datenschutzhinweis - © 1997 - 2010 Dieter Gerth

1900

Teile von Gadderbaum und Brackwede werden eingemeindet

1900

Bielefeld hat ca. 63.000 Einwohner

April 1900

Eröffnung eines Elektrizitätswerkes für 2.000.000 Mark

April 1900

Baubeginn der Linie 1 vom Rettungshaus (heute Johannesstift) bis nach Brackwede. Errichtung des Depots Schildescher Straße.

20.12.1900

Inbetriebnahme der Linie 1, eingleisig mit mehreren Ausweichen. Verdichtung des anfänglichen 30-Minuten-Takts schon nach kurzer Zeit auf 7,5 Minuten.

06.08.1900

Kaiserbesuch in Bielefeld. Das Denkmal des "Großen Kurfürsten" auf der Sparrenburg wird eingeweiht

1900

Eingemeindungen 1900 und 1907
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Eingemeindungen 1900 und 1907: Die Stadterweiterung konzentriert sich um 1900 zunächst auf Teile von Gadderbaum sowie von Quelle und Hoberge-Uerentrup

23.05.1901

Inbetriebnahme des Reststücks vom Rettungshaus bis nach Schildesche-Dorf.

April 1902

Baubeginn der Linie 2 vom Hauptbahnhof bis nach Sieker.

28.08.1902

Inbetriebnahme der Linie 2.

1904

Zusammenschluß der Vereine "Turnverein Jahn von 1891", "Turnverein Einigkeit von 1893" und "Bielefelder Turnclub von 1894" zum "TSV Einigkeit 1890", Vereinsmitglieder 89

1904

Die Bahnlinie nach Lage wird eröffnet

1904

Rathaus und das Stadttheater werden gebaut

1904

Bau des Postamtes an der Herforder Straße

ab 1905

Die "Zentralehalle" am Kesselbrink (heute Telekom-Parkhaus) baut Filme als festes Varieté-Programm ein

1905

Bau der Synagoge, einem der mächtigsten Bauten der Kaiserzeit.

1906

Bau einer 2. Wasserleitung aus der Senne, da die 1. (25.7.1890) nicht mehr ausreichte

1907

Eingemeindung weiterer Wald- und Grünflächen Quelles, dem Meierhof Olderdissen und weiterer Höfe

1907

Eröffnung von 5 Lichtspielhäusern in Bielefeld

21.08.1907

Eröffnung des "Kinematographen-Theater Harms", Niedernstraße 16

12.10.1907

Eröffnung des "Biotophon-Theater", Niedernstraße 14

26.10.1907

Eröffnung des "Passage-Theater", Niedernstraße 12

1908

Fusionierung verschiedener Radfahrvereine zum Arbeiter-Radfahrer-Vereinigung "Corona"

1909

Einweihung des Leineweber-Denkmals

1909

Teilweise zweigleisiger Ausbau der Straßenbahn an der Gütersloher Straße. Verlegung einer eigenen Telefonleitung entlang der Strecke.

1910

Inbetriebnahme der zweiten Wagenhalle der Straßenbahn für 18 Fahrzuge.

1910

Der heutige Hauptbahnhof wird gebaut

April 1911

"Freie Turn- und Sportvereinigung Ost ("Hoffnung", "Vorwärts") gründen die Baugenossenschaft "Freie Scholle", um Turnhallen zu bauen, da ihnen die Nutzung von Turnhallen verwehrt wurde

1912

"Freie Scholle" hat 436 Mitglieder, über 28.000 Mark Eigenkapital, Bau eines Achtfamilienhauses mit Turnhalle an der Bleichstraße 149

05.08.1912

Baubeginn der Verlängerung der Linie 1 von Brackwede-Dorf bis Sennefriedhof.

14.08.1912

Beendigung des zweigleisigen Ausbaus in der Altstadt (Obernstraße, Niedernstraße und Teile der Koblenzer Straße), sowie Einbau von 5 Ausweichen in den Außenbezirken. Einführung des 5- bzw. 10-Minuten-Takts

16.08.1912

Gründung des Senner Waldfriedhof

1913

Gründung der "Vereinigten Lichtspiele Bröker, Borgsmüller, Kaiser": Zur Organisation gehören die Kinos "Biotophon", "Neuen Tonbild" (ehem. Passage-Theater), Theater zur Alten Post in Hamm, Meiderich, Lüdenscheid, Osnabrück, Düsseldorf

1913

Zweigleisiger Ausbau vom Depot Schildescher Straße bis zum Rettungshaus (heute Johannesstift).

01.08.1914

Mobilmachung für den 1. Weltkrieg auch in Bielefeld

02.08.1914

Baubeginn der Straßenbahnlinie von der Oststraße bis Oetkerhalle. Das bereits vorhandene Schienen- und Oberleitungsmaterial wurde wegen Kriegsausbruchs beschlagnahmt und der Rüstung zugeführt. Baubeginn diese Linie war erst 1996, sie wird voraussichtlich vom Hauptbahnhof über die Universität bis Lohmannshof im Jahre 2000 in Betrieb gehen.

02.08.1914

Viele Kriegsfreiwilligen melden sich bei den Meldestellen, Schüler und höhere Klassen können Notexamina ablegen

03.08.1914

Der "Bahnhofserfrischungsdienst" entsteht auf dem Hauptbahnhof. Ziel ist die Verpflegung durchreisender Soldaten

Mitte Aug. 1914

Das in Bielefeld stationierte Bataillon des Infanterieregiments Nr. 55 verläßt den Hauptbahnhof

Bis Nov. 1914

Ca. 6.000 Männer der Stadt und 3.000 des Landkreises stehen unter Waffen

Ende 1915

Ca. 10.000 Bielefelder stehen unter Waffen. Aufgrund der fehlenden Arbeiter gibt Probleme in der Industrie und der Verwaltung. Von 592 städt. Angestellten, Arbeitern und Pflegekräften waren 45 % einberufen worden, 4 von 9 Ärzten und Pflegern des Krankenhauses fehlten und ca. 1/3 der Lehrer

1917

Gründung des Bauernhausmuseums

08.11.1918

Novemberrevolution in Bielefeld. Ein Trupp Soldaten zieht zur Kaserne des 55. Regiments und fordert die Herausgabe der Waffen. Der Bahnhof wird besetzt und politische Gefangene werden freigelassen. Trotz der "Revolution" kommt kein Mensch zu schaden. In Bielefeld gab es keine spontanen Arbeiter- und Soldatenräte, sondern lediglich eine unter Carl Severing geplante Initiative zur Gründung eines "Volks- und Soldatenrates"

1918

Verkehrsruhe der Straßenbahn an Sonntagen wegen Kohlemangels.

1918

Ende des 1. Weltkrieges: Volks- und Soldatenräte treten zusammen. Carl Schreck und Carl Severing fordern allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht, auch für Frauen

1919

146 Wäschefabriken in Bielefeld

28./ 30.06.1919

Der Bielefelder Wochenmarkt wird von hungrigen Menschen gestürmt. Es kam zu Schießereien zwischen Reichswehr und Demonstranten

1920

Zeitweise Verhängung des Belagerungszustandes über die Stadt

21.01.1920

Das "Palast-Theater" an der Niedernstraße 21 wird gegründet (711 Sitze, Orchester für 10 Musiker)

30.07.1920

Großdemonstration in Bielefeld: 10.000 Menschen demonstrieren gegen die schlechte soziale Situation

1920

Bielefelder Altstadt (Am Bach, 20er Jahre)
großes Bild

Bielefelder Altstadt (Am Bach) in den 1920er Jahren

1921

Kongreß der "Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschland" in Bielefeld mit über 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland

1921

Aus Anlaß der 700-Jahr-Feier läßt die Stadtsparkasse Notgeld auf Samt und Seide drucken

1922

Ausspruch Generalfeldmarschalls Hindenburg zur Geldentwertung, daß er sich nun das schöne Bielefelder Leinen nicht mehr leisten könne

1923

Streik von 10.000 Bielefelder Metallarbeitern

1924

2 Jahre nach der Premiere im deutschsprachigen Raum laufen zum ersten Mal Tonfilme in Bielefeld ("Palast-Kino")

1924

Das gesamte Netz der Straßenbahn wird durch Einbau des zweiten Gleises, bis auf wenige Reststücke, ausgebaut.

1924

Aus dem "RV Teutoburg" wird der "RC Zugvogel"

1925

Der Platz Königsbrügge wird für Radrennen mit bis zu 10.000 Besuchern genutzt (heute Sportplatz des Vereins Eintracht)

1925

Streik in der Metallindustrie, der 9 Wochen dauert. Die 48-Stunden-Woche wird wieder eingeführt

1925

Gründung der Bielefelder NSDAP Ortsgruppe

1926

Gründung der Hitlerjugend

1926

In Sieker wird eine Abstellanlage für 8 Fahrzeuge gebaut und das Depot Schildescher Straße um eine dritte Halle für 12 Fahrzeuge erweitert.

1927

Umbau des Jahnplatzes als Verkehrsknotenpunkt und Verlegung der Linie 1 aus der Altstadt in die Hindenburgstraße. Neugestaltung des Liniennetzes.

1927

Bau des Wiesenbades

Mai 1927

Baubeginn der Linie 3 von der Oststraße bis Lange Straße.

Oktober 1927

Erweiterung des Depots der Straßenbahn an der Schildescher Straße um eine vierte Wagenhalle für 56 Fahrzeuge.

1928

Gründung des "Universum"

01.02.1928

Inbetriebnahme der Linie 3 von der Oststraße bis zur Apfelstraße.

01.07.1928

Inbetriebnahme des Reststücks der Straßenbahn von der Apfelstraße bis Lange Straße.

August 1928

Baubeginn der Verlängerung der Linie 2 vom Hauptbahnhof bis zum Walkenweg.

Dezember 1928

In Brackwede wird die Endhaltestelle an der Kirche zum Friedhof verlegt. An der Endstelle Sennefriedhof wird eine Wendeschleife mit zusätzlichem Wendegleis gebaut.

1928/1929

Eröffnung des Tierpark Olderdissen

1929

Der Verein "Freundeskreis des Bielefelder Kunsthauses", dem späteren "Bielefelder Kunstverein e.V." wird gegründet

17.11.1929

2 NSDAP-Anhänger werden Mitglied des Stadtparlarments

1930

Das Luftschiff "Graf Zeppelin" landet auf dem Flugplatz in der Senne im Beisein von 100.000 Menschen

01.10.1930

Bielefeld wird zur 50. Großstadt der Weimarer Republik. Gegen den Protest der Rechtsparteien und des Haus- und Grundbesitzervereins werden der Gemeindebezirk Schildesche, Teile von Hoberge-Uerntrup, Dornberg, Gellershagen, Theesen, Brake, Heepen, Oldentrup, die Landgemeinde Sieker und Teile Brackwedes eingemeindet.

1930

Einweihung der "Rudolf-Oetker-Halle"

1931

Bau einer Radrennbahn an der Pottenau durch den "RC Zugvogel"

20./ 21.06.1931

NSDAP-Parteitag des Gaues Westfalen-Nord in Bielefeld. 5000 SA- und SS-Männer marschieren durch die Stadt, Hissung der Hakenkreuzfahne auf der Sparrenburg

1932

Kundgebung auf dem Rütli vor 10.000 Arbeitern

12.03.1933

Die NSDAP hat bei den Kommunalwahlen 19 Sitze erreicht und ist damit gleichstark wie die SPD

1933

Machtergreifung der NSDAP, Verbot von Gewerkschaften und Arbeitervereinen, der KPD und SPD auch in Bielefeld

1934

Verwaltungsreform: Die städtische Verwaltung wird in 8 Großgruppen aufgeteilt, denen jeweils Ämter mit ähnlichen Aufgaben zugeordnet werden.

1935

Erster Nationalsozialistischer Bürgermeister in Bielefeld

1935

Über 260 ehemalige Kommunisten und Angeklagte wegen politischer Delikte werden in Bielefeld verhaftet. 67 davon waren Widerstandskämpfer. Die Gesamtstrafe lag bei 228 Jahren Haft

1935

Der "Tag des Fahrrades" wird erstmalig in Bielefeld gefeiert

1936

Eröffnung des "Capitol" an der Bahnhofstraße

1936

In Sieker wird eine Wendeschleife mit zwei Abstellgleisen für die Straßenbahn angelegt.

1937

Der Bielefelder Kinderchor tritt geschlossen der Hitlerjugend bei

1937

Verleihung der "Goldenen Fahne" der Deutschen Arbeiterfront (DAF) an die Firma Dürkopp, die Spedition "Gebr. Mönkemöller", "Oetker", "Seidensticker" und 2 Delius-Betrieben

09./ 10.11.1938

Die Synagoge in Bielefeld wird in der Reichskristallnacht von der SS angezündet und zerstört. Nach 4 Stunden trifft die Feuerwehr zum löschen ein. Die Feuerwehr bekämpft jedoch nicht das Feuer, sondern verhindert nur das Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude

1939

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges wird in Bielefeld zurückhaltend aufgenommen

1939-1945

Über 10.000 Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten arbeiten in Bielefeld

Mai 1940- 1945

Luftangriffe auf Bielefeld

1941

In Eselsheide/Stukenbrock wird ein Gefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet

1941

Verstärkte Luftangriffe auf Bielefeld

1941

Erste Deportation Bielefelder Juden ins Ghetto Riga, später auch in Konzentrationslager. Von den ca. 1000 in Bielefeld lebenden Juden werden zwischen 400 und 500 ermordet

1942

Erste Kinderlandverschickung aus Bielefeld nach Ungarn, Oberbayern und Salzburg

1942

Vergrößerung der Haltestellenabstände der Straßenbahn.

1943

Am Walkenweg, Sennefriedhof und Brackweder Friedhof werden wegen der Bombardierung unter Bäumen getarnte Abstellgleise für 30 Wagen der Straßenbahn errichtet.

Januar 1943

Einführung eines 20-Minuten-Takts auf allen Linien der Straßenbahn.

September 1943

Erste Stillegung der Straßenbahn nach Bombenangriff. Zerstörung der Depothallen.

1944

206 Lager für etwa 20.000 Zwangsarbeiter gibt es in der Stadt und dem Landkreis Bielefeld

1944

Palast, Gloria, Capitol und Universum fallen einem Bombenangriff zum Opfer

14.03.1944

Nach vielen erfolglosen Bombenabwürfen wird der Viadukt durch eine 10.000 kg-Bombe zerstört

30.09.1944

Schwerster Luftangriff auf Bielefeld, fast die gesamte Innenstadt wird zerstört, 650 Menschen fallen den Bomben zum Opfer

31.03.1945

Einstellung des gesamten Straßenbahnbetriebes nach schweren Bombenangriffen.

04.04.1945

Durch das eingreifen von Pastor Karl Pawlowski (Leiter des Johannesstifts, Gründer des Johanneswerks) wird durch Kapitulation der Endkampf mit amerikanischen Soldaten um Bielefeld verhindert

08.04.1945

Übergabe der Stadt durch amerikanische Militäreinheiten an die britische Militärführung

28.06.1945

Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebes mit starken Verkehrseinschränkungen.

1945/46

Englische Militärregierung

1945-1947

95% der Bielefelder werden bei den Überprüfungen im Rahmen der Entnazifizierung entlastet

1945

Bielefelder Altstadt 1945
großes Bild

Bielefelder Altstadt 1945

1946

Die ersten Zeitungen sind auf dem Markt

04.02.1946

Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebes auf allen Linien im 15-Minuten-Takt. Sonntags ruht der Verkehr.

25.05.1946

Im Bielefelder Guttemplerhaus in der Großen-Kurfürsten-Straße wird der "Kreis-Turn- und Sportverband" gegründet

13.10.1946

Kommunalwahlen: SPD 50,2%, CDU 39,3%, KDP 6%, FDP 4% (an 5% Klausel gescheitert)

1947

In Bielefeld existieren 7 Kinos mit 3.300 Sitzplätzen; jährlich besuchen ca. 2,2 Millionen Menschen die Kinos

04.10.1948

Normalisierung im Fahrbetrieb nach Beseitigung der größten Kriegsschäden. Verdichtung des Verkehrs auf einen 10-Minuten-Takt.

Weitere Daten:

800-1499
1500-1799
1800-1899
1900-1948
1949-1999

Bielefelder Bürgermeister

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