1900 |
Teile von Gadderbaum und Brackwede werden eingemeindet |
1900 |
Bielefeld hat ca. 63.000 Einwohner |
April 1900 |
Eröffnung eines Elektrizitätswerkes für 2.000.000 Mark |
April 1900 |
Baubeginn der Linie 1 vom Rettungshaus (heute Johannesstift) bis nach Brackwede. Errichtung des Depots Schildescher Straße. |
20.12.1900 |
Inbetriebnahme der Linie 1, eingleisig mit mehreren Ausweichen. Verdichtung des anfänglichen 30-Minuten-Takts schon nach kurzer Zeit auf 7,5 Minuten. |
06.08.1900 |
Kaiserbesuch in Bielefeld. Das Denkmal des "Großen Kurfürsten" auf der Sparrenburg wird eingeweiht |
1900 |
 großes Bild
Eingemeindungen 1900 und 1907: Die Stadterweiterung konzentriert sich um 1900 zunächst auf Teile von Gadderbaum sowie von Quelle und Hoberge-Uerentrup |
23.05.1901 |
Inbetriebnahme des Reststücks vom Rettungshaus bis nach Schildesche-Dorf. |
April 1902 |
Baubeginn der Linie 2 vom Hauptbahnhof bis nach Sieker. |
28.08.1902 |
Inbetriebnahme der Linie 2. |
1904 |
Zusammenschluß der Vereine "Turnverein Jahn von 1891", "Turnverein Einigkeit von 1893" und "Bielefelder Turnclub von 1894" zum "TSV Einigkeit 1890", Vereinsmitglieder 89 |
1904 |
Die Bahnlinie nach Lage wird eröffnet |
1904 |
Rathaus und das Stadttheater werden gebaut |
1904 |
Bau des Postamtes an der Herforder Straße |
ab 1905 |
Die "Zentralehalle" am Kesselbrink (heute Telekom-Parkhaus) baut Filme als festes Varieté-Programm ein |
1905 |
Bau der Synagoge, einem der mächtigsten Bauten der Kaiserzeit. |
1906 |
Bau einer 2. Wasserleitung aus der Senne, da die 1. (25.7.1890) nicht mehr ausreichte |
1907 |
Eingemeindung weiterer Wald- und Grünflächen Quelles, dem Meierhof Olderdissen und weiterer Höfe |
1907 |
Eröffnung von 5 Lichtspielhäusern in Bielefeld |
21.08.1907 |
Eröffnung des "Kinematographen-Theater Harms", Niedernstraße 16 |
12.10.1907 |
Eröffnung des "Biotophon-Theater", Niedernstraße 14 |
26.10.1907 |
Eröffnung des "Passage-Theater", Niedernstraße 12 |
1908 |
Fusionierung verschiedener Radfahrvereine zum Arbeiter-Radfahrer-Vereinigung "Corona" |
1909 |
Einweihung des Leineweber-Denkmals |
1909 |
Teilweise zweigleisiger Ausbau der Straßenbahn an der Gütersloher Straße. Verlegung einer eigenen Telefonleitung entlang der Strecke. |
1910 |
Inbetriebnahme der zweiten Wagenhalle der Straßenbahn für 18 Fahrzuge. |
1910 |
Der heutige Hauptbahnhof wird gebaut |
April 1911 |
"Freie Turn- und Sportvereinigung Ost ("Hoffnung", "Vorwärts") gründen die Baugenossenschaft "Freie Scholle", um Turnhallen zu bauen, da ihnen die Nutzung von Turnhallen verwehrt wurde |
1912 |
"Freie Scholle" hat 436 Mitglieder, über 28.000 Mark Eigenkapital, Bau eines Achtfamilienhauses mit Turnhalle an der Bleichstraße 149 |
05.08.1912 |
Baubeginn der Verlängerung der Linie 1 von Brackwede-Dorf bis Sennefriedhof. |
14.08.1912 |
Beendigung des zweigleisigen Ausbaus in der Altstadt (Obernstraße, Niedernstraße und Teile der Koblenzer Straße), sowie Einbau von 5 Ausweichen in den Außenbezirken. Einführung des 5- bzw. 10-Minuten-Takts |
16.08.1912 |
Gründung des Senner Waldfriedhof |
1913 |
Gründung der "Vereinigten Lichtspiele Bröker, Borgsmüller, Kaiser": Zur Organisation gehören die Kinos "Biotophon", "Neuen Tonbild" (ehem. Passage-Theater), Theater zur Alten Post in Hamm, Meiderich, Lüdenscheid, Osnabrück, Düsseldorf |
1913 |
Zweigleisiger Ausbau vom Depot Schildescher Straße bis zum Rettungshaus (heute Johannesstift). |
01.08.1914 |
Mobilmachung für den 1. Weltkrieg auch in Bielefeld |
02.08.1914 |
Baubeginn der Straßenbahnlinie von der Oststraße bis Oetkerhalle. Das bereits vorhandene Schienen- und Oberleitungsmaterial wurde wegen Kriegsausbruchs beschlagnahmt und der Rüstung zugeführt. Baubeginn diese Linie war erst 1996, sie wird voraussichtlich vom Hauptbahnhof über die Universität bis Lohmannshof im Jahre 2000 in Betrieb gehen. |
02.08.1914 |
Viele Kriegsfreiwilligen melden sich bei den Meldestellen, Schüler und höhere Klassen können Notexamina ablegen |
03.08.1914 |
Der "Bahnhofserfrischungsdienst" entsteht auf dem Hauptbahnhof. Ziel ist die Verpflegung durchreisender Soldaten |
Mitte Aug. 1914 |
Das in Bielefeld stationierte Bataillon des Infanterieregiments Nr. 55 verläßt den Hauptbahnhof |
Bis Nov. 1914 |
Ca. 6.000 Männer der Stadt und 3.000 des Landkreises stehen unter Waffen |
Ende 1915 |
Ca. 10.000 Bielefelder stehen unter Waffen. Aufgrund der fehlenden Arbeiter gibt Probleme in der Industrie und der Verwaltung. Von 592 städt. Angestellten, Arbeitern und Pflegekräften waren 45 % einberufen worden, 4 von 9 Ärzten und Pflegern des Krankenhauses fehlten und ca. 1/3 der Lehrer |
1917 |
Gründung des Bauernhausmuseums |
08.11.1918 |
Novemberrevolution in Bielefeld. Ein Trupp Soldaten zieht zur Kaserne des 55. Regiments und fordert die Herausgabe der Waffen. Der Bahnhof wird besetzt und politische Gefangene werden freigelassen. Trotz der "Revolution" kommt kein Mensch zu schaden. In Bielefeld gab es keine spontanen Arbeiter- und Soldatenräte, sondern lediglich eine unter Carl Severing geplante Initiative zur Gründung eines "Volks- und Soldatenrates" |
1918 |
Verkehrsruhe der Straßenbahn an Sonntagen wegen Kohlemangels. |
1918 |
Ende des 1. Weltkrieges: Volks- und Soldatenräte treten zusammen. Carl Schreck und Carl Severing fordern allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht, auch für Frauen |
1919 |
146 Wäschefabriken in Bielefeld |
28./ 30.06.1919 |
Der Bielefelder Wochenmarkt wird von hungrigen Menschen gestürmt. Es kam zu Schießereien zwischen Reichswehr und Demonstranten |
1920 |
Zeitweise Verhängung des Belagerungszustandes über die Stadt |
21.01.1920 |
Das "Palast-Theater" an der Niedernstraße 21 wird gegründet (711 Sitze, Orchester für 10 Musiker) |
30.07.1920 |
Großdemonstration in Bielefeld: 10.000 Menschen demonstrieren gegen die schlechte soziale Situation |
1920 |
 großes Bild Bielefelder Altstadt (Am Bach) in den 1920er Jahren |
1921 |
Kongreß der "Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschland" in Bielefeld mit über 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland |
1921 |
Aus Anlaß der 700-Jahr-Feier läßt die Stadtsparkasse Notgeld auf Samt und Seide drucken |
1922 |
Ausspruch Generalfeldmarschalls Hindenburg zur Geldentwertung, daß er sich nun das schöne Bielefelder Leinen nicht mehr leisten könne |
1923 |
Streik von 10.000 Bielefelder Metallarbeitern |
1924 |
2 Jahre nach der Premiere im deutschsprachigen Raum laufen zum ersten Mal Tonfilme in Bielefeld ("Palast-Kino") |
1924 |
Das gesamte Netz der Straßenbahn wird durch Einbau des zweiten Gleises, bis auf wenige Reststücke, ausgebaut. |
1924 |
Aus dem "RV Teutoburg" wird der "RC Zugvogel" |
1925 |
Der Platz Königsbrügge wird für Radrennen mit bis zu 10.000 Besuchern genutzt (heute Sportplatz des Vereins Eintracht) |
1925 |
Streik in der Metallindustrie, der 9 Wochen dauert. Die 48-Stunden-Woche wird wieder eingeführt |
1925 |
Gründung der Bielefelder NSDAP Ortsgruppe |
1926 |
Gründung der Hitlerjugend |
1926 |
In Sieker wird eine Abstellanlage für 8 Fahrzeuge gebaut und das Depot Schildescher Straße um eine dritte Halle für 12 Fahrzeuge erweitert. |
1927 |
Umbau des Jahnplatzes als Verkehrsknotenpunkt und Verlegung der Linie 1 aus der Altstadt in die Hindenburgstraße. Neugestaltung des Liniennetzes. |
1927 |
Bau des Wiesenbades |
Mai 1927 |
Baubeginn der Linie 3 von der Oststraße bis Lange Straße. |
Oktober 1927 |
Erweiterung des Depots der Straßenbahn an der Schildescher Straße um eine vierte Wagenhalle für 56 Fahrzeuge. |
1928 |
Gründung des "Universum" |
01.02.1928 |
Inbetriebnahme der Linie 3 von der Oststraße bis zur Apfelstraße. |
01.07.1928 |
Inbetriebnahme des Reststücks der Straßenbahn von der Apfelstraße bis Lange Straße. |
August 1928 |
Baubeginn der Verlängerung der Linie 2 vom Hauptbahnhof bis zum Walkenweg. |
Dezember 1928 |
In Brackwede wird die Endhaltestelle an der Kirche zum Friedhof verlegt. An der Endstelle Sennefriedhof wird eine Wendeschleife mit zusätzlichem Wendegleis gebaut. |
1928/1929 |
Eröffnung des Tierpark Olderdissen |
1929 |
Der Verein "Freundeskreis des Bielefelder Kunsthauses", dem späteren "Bielefelder Kunstverein e.V." wird gegründet |
17.11.1929 |
2 NSDAP-Anhänger werden Mitglied des Stadtparlarments |
1930 |
Das Luftschiff "Graf Zeppelin" landet auf dem Flugplatz in der Senne im Beisein von 100.000 Menschen |
01.10.1930 |
Bielefeld wird zur 50. Großstadt der Weimarer Republik. Gegen den Protest der Rechtsparteien und des Haus- und Grundbesitzervereins werden der Gemeindebezirk Schildesche, Teile von Hoberge-Uerntrup, Dornberg, Gellershagen, Theesen, Brake, Heepen, Oldentrup, die Landgemeinde Sieker und Teile Brackwedes eingemeindet. |
1930 |
Einweihung der "Rudolf-Oetker-Halle" |
1931 |
Bau einer Radrennbahn an der Pottenau durch den "RC Zugvogel" |
20./ 21.06.1931 |
NSDAP-Parteitag des Gaues Westfalen-Nord in Bielefeld. 5000 SA- und SS-Männer marschieren durch die Stadt, Hissung der Hakenkreuzfahne auf der Sparrenburg |
1932 |
Kundgebung auf dem Rütli vor 10.000 Arbeitern |
12.03.1933 |
Die NSDAP hat bei den Kommunalwahlen 19 Sitze erreicht und ist damit gleichstark wie die SPD |
1933 |
Machtergreifung der NSDAP, Verbot von Gewerkschaften und Arbeitervereinen, der KPD und SPD auch in Bielefeld |
1934 |
Verwaltungsreform: Die städtische Verwaltung wird in 8 Großgruppen aufgeteilt, denen jeweils Ämter mit ähnlichen Aufgaben zugeordnet werden. |
1935 |
Erster Nationalsozialistischer Bürgermeister in Bielefeld |
1935 |
Über 260 ehemalige Kommunisten und Angeklagte wegen politischer Delikte werden in Bielefeld verhaftet. 67 davon waren Widerstandskämpfer. Die Gesamtstrafe lag bei 228 Jahren Haft |
1935 |
Der "Tag des Fahrrades" wird erstmalig in Bielefeld gefeiert |
1936 |
Eröffnung des "Capitol" an der Bahnhofstraße |
1936 |
In Sieker wird eine Wendeschleife mit zwei Abstellgleisen für die Straßenbahn angelegt. |
1937 |
Der Bielefelder Kinderchor tritt geschlossen der Hitlerjugend bei |
1937 |
Verleihung der "Goldenen Fahne" der Deutschen Arbeiterfront (DAF) an die Firma Dürkopp, die Spedition "Gebr. Mönkemöller", "Oetker", "Seidensticker" und 2 Delius-Betrieben |
09./ 10.11.1938 |
Die Synagoge in Bielefeld wird in der Reichskristallnacht von der SS angezündet und zerstört. Nach 4 Stunden trifft die Feuerwehr zum löschen ein. Die Feuerwehr bekämpft jedoch nicht das Feuer, sondern verhindert nur das Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude |
1939 |
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges wird in Bielefeld zurückhaltend aufgenommen |
1939-1945 |
Über 10.000 Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten arbeiten in Bielefeld |
Mai 1940- 1945 |
Luftangriffe auf Bielefeld |
1941 |
In Eselsheide/Stukenbrock wird ein Gefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet |
1941 |
Verstärkte Luftangriffe auf Bielefeld |
1941 |
Erste Deportation Bielefelder Juden ins Ghetto Riga, später auch in Konzentrationslager. Von den ca. 1000 in Bielefeld lebenden Juden werden zwischen 400 und 500 ermordet |
1942 |
Erste Kinderlandverschickung aus Bielefeld nach Ungarn, Oberbayern und Salzburg |
1942 |
Vergrößerung der Haltestellenabstände der Straßenbahn. |
1943 |
Am Walkenweg, Sennefriedhof und Brackweder Friedhof werden wegen der Bombardierung unter Bäumen getarnte Abstellgleise für 30 Wagen der Straßenbahn errichtet. |
Januar 1943 |
Einführung eines 20-Minuten-Takts auf allen Linien der Straßenbahn. |
September 1943 |
Erste Stillegung der Straßenbahn nach Bombenangriff. Zerstörung der Depothallen. |
1944 |
206 Lager für etwa 20.000 Zwangsarbeiter gibt es in der Stadt und dem Landkreis Bielefeld |
1944 |
Palast, Gloria, Capitol und Universum fallen einem Bombenangriff zum Opfer |
14.03.1944 |
Nach vielen erfolglosen Bombenabwürfen wird der Viadukt durch eine 10.000 kg-Bombe zerstört |
30.09.1944 |
Schwerster Luftangriff auf Bielefeld, fast die gesamte Innenstadt wird zerstört, 650 Menschen fallen den Bomben zum Opfer |
31.03.1945 |
Einstellung des gesamten Straßenbahnbetriebes nach schweren Bombenangriffen. |
04.04.1945 |
Durch das eingreifen von Pastor Karl Pawlowski (Leiter des Johannesstifts, Gründer des Johanneswerks) wird durch Kapitulation der Endkampf mit amerikanischen Soldaten um Bielefeld verhindert |
08.04.1945 |
Übergabe der Stadt durch amerikanische Militäreinheiten an die britische Militärführung |
28.06.1945 |
Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebes mit starken Verkehrseinschränkungen. |
1945/46 |
Englische Militärregierung |
1945-1947 |
95% der Bielefelder werden bei den Überprüfungen im Rahmen der Entnazifizierung entlastet |
1945 |
 großes Bild Bielefelder Altstadt 1945 |
1946 |
Die ersten Zeitungen sind auf dem Markt |
04.02.1946 |
Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebes auf allen Linien im 15-Minuten-Takt. Sonntags ruht der Verkehr. |
25.05.1946 |
Im Bielefelder Guttemplerhaus in der Großen-Kurfürsten-Straße wird der "Kreis-Turn- und Sportverband" gegründet |
13.10.1946 |
Kommunalwahlen: SPD 50,2%, CDU 39,3%, KDP 6%, FDP 4% (an 5% Klausel gescheitert) |
1947 |
In Bielefeld existieren 7 Kinos mit 3.300 Sitzplätzen; jährlich besuchen ca. 2,2 Millionen Menschen die Kinos |
04.10.1948 |
Normalisierung im Fahrbetrieb nach Beseitigung der größten Kriegsschäden. Verdichtung des Verkehrs auf einen 10-Minuten-Takt. |